Initiative Nippeser Edelweißpiraten
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Das Denkmal

Am Leipziger Platz trafen sich ab 1940 freiheitlich denkende Jungen und Mädchen die entgegen den Reglementierungen in der Hitlerjugend (HJ) und dem Bund deutscher Mädel (BDM) ihren eigenen Bedürfnissen nachgehen wollten. Musik aus den Zeiten der bündischen Jugend spielen und singen und sich frei vom Druck der Naziideologie unterhalten. Außerdem freie Wanderungen an den Wochenenden machen, die für Jungen und Mädchen gesetzlich untersagt waren.

Die im August 2022 gegründete „Initiative Nippeser Edelweißpiraten“ hat, um an diese Jungen und Mädchen, die sich Edelweißpiraten nannten, zu erinnern, einen künstlerischen Wettbewerb für ein Denkmal ausgeschrieben.

Gewinner in diesem Wettbewerb wurden der bildende Künstler Grigory Berstein und der Architekt Friedhelm Gauchel.
Nach Auffassung der Jury, die den Wettbewerb durchgeführt hat, bringt das Kunstwerk „Singender Baum“ das Denken und Handeln der Jugendlichen am besten zum Ausdruck. Bei der Vorstellung des Modells brachte Grigory Berstein einige der nachstehenden Gedanken zum Ausdruck. Getragen wurde die Gestaltungsidee von den Begriffen Aufrichtigkeit - Freiheit - Musik.

Das 4.50 m hohe Denkmal soll sich vor dem Hintergrund der hohen, alten Bäume erheben und ermöglicht mehrere Assoziationen. Man sieht angedeutet

  • eine aufrechtstehende Figur mit ausgebreiteten Armen,
  • Teile eines Musikinstruments (z.B. Äols- oder Windharfe bzw. Gitarre)
  • einen auffliegenden Vogel

Angeregt wird dies durch die Form der Stahlkonstruktion und die angedeuteten Saiten (Querstangen in dynamischer Anordnung, d.h. immer feiner werdend). Die dynamische Anordnung der Saiten kann an eine hochsteigende Melodie erinnern, aber auch an andere dynamische Verläufe in der Musik.
An den beiden Seiten des Denkmals sind die Zeilen zweier Liedtexte aufgeprägt.

Das Lied „Die Gedanken sind frei“ wurde auch von den Edelweißpiraten gesungen. Es drückt nicht nur die freien Gedanken unabhängig von und gegen die Naziideologie aus, sondern spricht auch von der Gemeinsamkeit der Jungen und Mädels. Es thematisiert auch das, was die Edelweißpiraten aufgrund ihres Verhaltens zu erwarten hatten: Verhaftung und Gefängnisaufenthalt. Wir wissen, dass dies auch Kölner Edelweißpirat*innen getroffen hat. Drei Beispiele hierfür sind Gertrud „Mucki“ Koch, Jean Jülich und Fritz Theilen.

Die Zeile „Edelweisspiraten sind treu“ stammt aus dem von den Edelweißpirat*innen oft gesungenen Lied „Wenn die Sirenen in Hamburg ertönen“. Sie findet sich auch in einer Gefängniszelle im EL-DE-Haus, wo die Gestapo Edelweißpirat*innen inhaftiert hatte. Dort steht an der Wand: „Rio de Schanero / aheu kapalero / Edelweisspiraten sind treu.

Der Name des Denkmals entstand durch ein Foto, das der Künstler Grigory Berstein im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln in dem Raum gefunden hat, wo über die Edelweißpiraten berichtet wird.

Vorlage für den singenden Baum

Liedtexte

 

Gefördert durch:

Bezirksvertretung Nippes       Grüne Fraktion im LVR       Sparkasse KölnBonn          Landschaftsverband Rheinland

                 

 

FDP Köln Nippes                                       SPD Köln                      Bilz-Stiftung

                    Bilz-Stiftung

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